Betriebsanleitung TCN-D900-9C(V22) — Wein-/Getränke-Verkaufsautomat mit Lift-System und Altersverifikation
Deutschsprachige Betriebsanleitung
Diese deutschsprachige Betriebsanleitung wurde vom Inverkehrbringer auf Grundlage der Hersteller-, Prüf- und Produktunterlagen erstellt.
Vor der ersten Inbetriebnahme vollständig lesen. Bewahren Sie diese Anleitung griffbereit am Aufstellort auf und geben Sie sie bei Weiterverkauf mit dem Gerät weiter. Unsachgemäße Bedienung kann zu Unfällen und Geräteschäden führen.
JUGENDSCHUTZ — PFLICHT. Alkoholische Getränke dürfen nur mit installierter, konfigurierter und getesteter Altersprüfung über Senvend oder ICT DCM5 sowie im Einklang mit dem örtlich geltenden Recht verkauft werden.
1. Identifikation und Verantwortliche
Gerät
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Vertriebsmarke | SnackDragon |
| Modellbezeichnung (Typenschild) | TCN-CEL-9C(22SP) |
| Gerätetyp | Wein-/Getränke-Verkaufsautomat mit Lift-/Aufzugsystem, gekühlt, Touch-Bedienung, Altersverifikation |
| Bauart | Stationäres Gerät zur gewerblichen Nutzung im Innenbereich |
Die Vertriebs-/Bestellbezeichnung TCN-D900-9C(V22) ist dem am Gerät belegten Typenschildmodell TCN-CEL-9C(22SP) zugeordnet; die Modellbrücke ist durch die Herstellerbestätigung vom 10.06.2026 dokumentiert.
Hersteller
HUNAN TCN VENDING MACHINE CO., LTD No. 058 North Yinzhou Road, Ningxiang City, Changsha, Hunan, China
EU-Bevollmächtigter
EUREPSTAR GmbH Schlüterstr. 3, 85057 Ingolstadt, Deutschland
Inverkehrbringer / Importeur
MS KB Vermögensverwaltung GmbH, Carl-Zeiss-Ring 15a, 85737 Ismaning
Gilt für die aktuelle Bestandscharge 2024/2025. Bei künftigen Direktimporten der Ventec Systems GmbH sind die Angaben des jeweils verantwortlichen Inverkehrbringers zu verwenden.
Typenschild und Seriennummer
Das Typenschild befindet sich am Gerät (Anschrift, Modell, technische Daten, Seriennummer). Notieren Sie die Seriennummer (SN) vor der Inbetriebnahme; halten Sie sie bei jeder Service-Anfrage bereit. Die SN lässt sich zusätzlich im Backend unter „Fehlerdiagnose → Parameter der Maschine" (Feld „SN-Nummer") auslesen.
Seriennummer (SN): ______________________________
EG-Konformitätserklärung
Für dieses Gerät liegt eine EG-Konformitätserklärung vor (DoC-Referenz CE-ZJ-2025-001). Sie liegt dieser Anleitung bei bzw. wird auf Anfrage zur Verfügung gestellt und benennt die zugrunde gelegten EU-Richtlinien (u. a. Maschinenrichtlinie, EMV, RoHS, Niederspannung).
2. Bestimmungsgemäße Verwendung und Fehlanwendung
Bestimmungsgemäße Verwendung
Der TCN-D900-9C(V22) ist ein gewerblicher Verkaufsautomat zum automatisierten Verkauf verpackter Getränke — einschließlich Wein und anderer alkoholischer Getränke — über mehrere Fächer/Slots (Schubladen) mit Lift-Ausgabe. Das Lift-System eignet sich besonders für Flaschen sowie zerbrechliche und schwerere verpackte Waren.
- Nur für den gewerblichen Gebrauch und nur im Innenbereich („for commercial and indoor use only").
- Geeignete Aufstellorte sind betreute, witterungsgeschützte Innenbereiche (z. B. Hotels, Restaurants, Weingüter/Vinotheken, Bürogebäude, Einkaufszentren).
- Das Gerät ist nicht für den privaten Haushaltsgebrauch bestimmt (B2B-Gerät).
WICHTIG — Verkauf von Alkohol / altersbeschränkten Produkten (Jugendschutz). Der Verkauf von Wein, anderen alkoholischen Getränken sowie sonstigen altersbeschränkten Produkten ist nur zulässig, wenn
- eine wirksame Altersverifikation am Gerät aktiviert ist (Senvend oder ICT DCM5 gemäß Lieferkonfiguration, Mindestkaufalter je Slot eingestellt — siehe Abschnitt 5.6), und
- der Betreiber zuvor die standortrechtliche Zulässigkeit geprüft hat (Jugendschutzgesetz, ggf. erforderliche Gestattung/Erlaubnis am konkreten Standort).
Ohne aktivierte Altersverifikation dürfen keine altersbeschränkten Produkte im Gerät angeboten werden. Die Verantwortung für die Einhaltung der jugendschutz- und gewerberechtlichen Vorgaben am jeweiligen Standort trägt der Betreiber.
Vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung (nicht zulässig)
- Verkauf von Alkohol/Tabak oder anderen altersbeschränkten Produkten ohne wirksame Altersverifikation und ohne vorherige standortrechtliche Prüfung.
- Aufstellung im Freien oder in spritzwassergefährdeten/feuchten Bereichen — das Gerät ist nicht wasserdicht und besitzt keine IP-Schutzart für den Außeneinsatz.
- Verkauf unverpackter Lebensmittel.
- Betrieb in übermäßig kalter Umgebung; das Gerät hat keine Innenraumheizung.
- Private Haushaltsnutzung.
- Lagerung explosiver oder leicht entzündlicher Stoffe (z. B. Spraydosen mit brennbarem Treibmittel) im Gerät.
3. Sicherheit
Lesen Sie dieses Kapitel vollständig, bevor Sie das Gerät transportieren, aufstellen, anschließen oder bedienen.
Signalwörter
- GEFAHR — unmittelbare Gefahr mit Tod oder schweren Verletzungen als Folge.
- WARNUNG — mögliche Gefahr mit schweren Verletzungen als Folge.
- VORSICHT — mögliche Gefahr mit leichten Verletzungen als Folge.
- HINWEIS — möglicher Sach- oder Geräteschaden.
3.1 Elektrische Sicherheit
GEFAHR — Stromschlag durch falschen Anschluss oder beschädigte Leitung. Folge: lebensgefährlicher elektrischer Schlag, Brand. Abhilfe: Gerät nur an eine ordnungsgemäß geerdete 230-V-Schuko-Steckdose mit eigener 16-A-Absicherung anschließen. Schutzkontakt (Erdung) niemals entfernen oder umgehen. Keine Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabel verwenden. Beschädigte Anschlussleitungen sofort außer Betrieb nehmen.
- Das Gerät arbeitet mit 230 V / 50 Hz, Nennstrom 2,9 A, Nennleistung 500 W, Schutzklasse I (Schutzleiteranschluss erforderlich).
- Das Gerät ist ein stationäres Gerät mit fest angeschlossener flexibler Anschlussleitung (H05VV-F 3G1,0 mm²) und 16-A-Stecker. Das Gerät verfügt über einen internen Schutzschalter.
- Das Gerät muss über eine eigene Steckdose versorgt werden; andernfalls besteht ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko.
- Ziehen Sie den Netzstecker am Stecker, nicht am Kabel. Achten Sie darauf, dass die Anschlussleitung nicht unter dem Gerät eingeklemmt, überrollt oder betreten wird.
- Wenn die Netzanschlussleitung beschädigt ist, muss sie durch den Hersteller, dessen Kundendienst oder eine ähnlich qualifizierte Person ersetzt werden.
WARNUNG — Stromschlag bei Reinigung/Wartung. Folge: elektrischer Schlag. Abhilfe: Vor Reinigung, Wartung oder Austausch von Teilen den Netzstecker ziehen.
3.2 Kippgefahr, Transport und Aufstellung
WARNUNG — Kippen des schweren Geräts. Das Gerät wiegt nach Container-Packing-List ca. 345 kg netto (Zeile 1, 3 Geräte, 1035 kg Nettogewicht; Bruttoversandgewicht 1050 kg gesamt). Folge: schwere Quetschungen, Sachschaden. Abhilfe: Transport nur mit geeignetem Hubwagen und durch mindestens zwei Personen. Aufstellung nur auf festem, ebenem, tragfähigem Untergrund. Gerät waagerecht ausrichten (verstellbare Metallfüße).
WARNUNG — Kippen des aufgestellten Geräts. Ein nicht gegen Kippen gesichertes Gerät kann umkippen, wenn es gerüttelt, gekippt, erklettert wird oder daran gezogen wird — insbesondere durch Kinder, bei Vandalismus oder beim Versuch, hängengebliebene Ware durch Rütteln zu lösen. Folge: schwere oder tödliche Quetschverletzungen. Abhilfe: Das Gerät muss vor Inbetriebnahme am Aufstellort gegen Kippen gesichert werden (Bodenbefestigung).
- Kippsicherung ist Pflicht des Betreibers/Aufstellers: Gerät vor Inbetriebnahme mit für den Untergrund geeignetem, zugelassenem Befestigungsmaterial am Boden gegen Kippen sichern (Floor-Fixing-Kit separat erhältlich, SnackDragon Service: info@snackdragon.eu). Eignung von Untergrund und Befestigungsmitteln im Zweifel durch eine Fachkraft prüfen lassen. Ohne montierte Kippsicherung darf das Gerät nicht betrieben werden.
- Gerät niemals rütteln, anstoßen, kippen, erklettern oder daran ziehen; hängengebliebene Ware niemals durch Rütteln am Gerät lösen, sondern den Betreiber bzw. Service kontaktieren.
- Zum Umsetzen das Gerät zuerst entleeren und von der Kippsicherung lösen; am neuen Standort vor Wiederinbetriebnahme erneut gegen Kippen sichern.
- Halten Sie rundum mindestens 20 cm Freiraum für die Belüftung ein; das gilt insbesondere für Rückseite, linke und rechte Seite.
3.3 Kältemittel R-1234yf
WARNUNG — Brennbares Kältemittel. Das Gerät enthält R-1234yf (Sicherheitsklasse A2L, brennbar); Füllmenge 245 g (SGS-Prüfbericht
AHEE220600101951, Gerätefamilie). Folge: Brand-/Verpuffungsgefahr bei Beschädigung des Kältekreislaufs. Abhilfe: Kältekreislauf niemals demontieren, umbauen, anbohren oder beschädigen. Keine offene Flamme und keine Zündquellen in der Nähe bei Wartung. Reparaturen am Kältekreis ausschließlich durch einen zertifizierten Kälte-Fachbetrieb (Sachkundenachweis). Gerät nicht selbst entsorgen.
- Lagern Sie keine explosiven/brennbaren Stoffe (z. B. Spraydosen) im Gerät.
3.4 Quetsch- und Greifgefahr (Tür, Lift, Ausgabefach)
VORSICHT — Quetschung an Tür, Lift und Ausgabefach. Folge: Klemm-/Quetschverletzungen an Händen. Abhilfe: Beim Öffnen die Tür mit einer Hand am Griff halten. Nicht in den laufenden Liftmechanismus oder das Ausgabefach greifen. Kinder vom Gerät fernhalten und nur unter Aufsicht heranlassen.
3.5 Knopfzelle (Service)
VORSICHT — Knopfzelle. Ausschließlich den auf der Platine angegebenen Typ verwenden; am geprüften D900 ist CR1220 verbaut. Austausch nur stromlos durch Service-Personal.
3.6 Restrisiken
Auch bei bestimmungsgemäßer Verwendung verbleiben Restrisiken:
- Restklemmgefahr an Tür, Lift und Tablett trotz Schutzmaßnahmen.
- Kippgefahr, wenn die vorgeschriebene Kippsicherung fehlt oder entfernt wird oder das Gerät mutwillig gerüttelt/erklettert wird.
- Brandrisiko durch das brennbare Kältemittel bei mechanischer Beschädigung des Kältekreises.
- Stromschlagrisiko bei eigenmächtigen Eingriffen in die Elektrik.
- Rutsch-/Stolpergefahr durch herabfallende Ware oder verschüttete Flüssigkeiten (z. B. zerbrochene Flaschen) am Ausgabefach.
- Bruch-/Schnittgefahr durch zerbrochenes Glas bei beschädigten Flaschen.
- Jugendschutz-Restrisiko: Eine technische Altersverifikation kann eine missbräuchliche Weitergabe altersbeschränkter Produkte durch volljährige Käufer nicht vollständig ausschließen; der Betreiber bleibt für die Einhaltung des Jugendschutzes verantwortlich.
4. Transport, Handhabung, Lagerung
- Anlieferung prüfen: Verpackung bei Erhalt auf Transportschäden kontrollieren. Bei Beschädigung zuerst den Logistikdienstleister informieren, dann den Inverkehrbringer/Lieferanten.
- Auspacken: Alle Verpackungsmaterialien entfernen (Holzkiste, Karton, Klebeband, Schaumstoff, Schutzfolien).
- Standzeit nach Transport (Pflicht vor dem Einschalten):
- Mindestens 30 Minuten stehen lassen, bevor das Gerät an die Stromversorgung angeschlossen wird.
- Bei Kühlbetrieb das Gerät vorher 4–5 Stunden ruhen lassen, um Schäden am Kompressor zu vermeiden.
- Lagerbedingungen: trocken, frostfrei, witterungsgeschützt und standsicher lagern. Maßgeblich sind Typenschild und die konkret gelieferte Konfiguration.
5. Aufstellung und Inbetriebnahme
5.1 Standortanforderungen
- Fester, ebener, tragfähiger Boden (Gewicht ca. 345 kg netto beachten); Gerät waagerecht ausrichten.
- Kippsicherung montieren (Pflicht): Gerät nach dem Ausrichten gemäß Kapitel 3.2 gegen Kippen sichern (Bodenbefestigung); erst danach in Betrieb nehmen.
- Nur Innenbereich, gut belüftet, mindestens 20 cm Freiraum rundum.
- Nicht in der Nähe von Wärmequellen oder direkter Sonneneinstrahlung.
- Nicht in feuchten oder spritzwassergefährdeten Bereichen; Gerät nicht mit Wasserstrahl abspritzen oder in Wasser tauchen.
- Klimaklasse 5 gemäß SGS-Prüfbericht. Nur in frostfreien Innenräumen betreiben; Typenschild und Standortbedingungen beachten.
5.2 Elektrischer Anschluss
- Die Standzeit nach Transport (Kapitel 4) muss abgelaufen sein.
- Anschlussleitung und Tasten befinden sich auf der linken Seite der Geräterückseite.
- Netzstecker in eine geerdete, eigene 230-V-Schuko-Steckdose mit 16-A-Absicherung stecken. Keine Mehrfachstecker/Verlängerungen.
- Internen Schutzschalter/Netzschalter einschalten.
- Monatlicher Leckageschutz-Test: Prüftaste am Netzstecker drücken — die Netzanzeige muss erlöschen und das Gerät abschalten. Nach erfolgreichem Test ca. 3 Minuten warten, dann wieder einschalten.
HINWEIS — Fehlerstromschutz. Das Gerät besitzt einen eingebauten Fehlerstrom-/Leckageschutzschalter (RCD, 30 mA) mit Prüftaste (am Gerät geprüft: DELIXI CDB6LEi, Leitungsschutz D16). Testen Sie ihn monatlich über die Prüftaste (Schritt 5). Der geräteinterne RCD ersetzt nicht die bauseitige Elektroinstallation; lokale Installations- und Absicherungsvorschriften sind zu beachten.
HINWEIS — Ein-/Ausschalten. Vor dem Einschalten sicherstellen, dass sich keine Gegenstände auf der Aufzugplattform befinden. Zwischen Ausschalten und erneutem Einschalten mindestens 10 Sekunden warten (Hinweisschild am Gerät).
5.3 Tür entriegeln
Schlüssel in das Schloss stecken, nach rechts (im Uhrzeigersinn) drehen — der Schlossgriff springt auf. Griff herausziehen und etwa zehnmal nach links (gegen den Uhrzeigersinn) drehen, um die Tür zu öffnen.
5.4 Erst-Setup am Touchscreen
Backend aufrufen: fünfmal auf die Geräte-ID in der oberen linken Ecke tippen.
HINWEIS — Werkseitiges Passwort ändern (Pflicht). Folge: unbefugter Zugriff auf das Verwaltungssystem. Abhilfe: Ändern Sie das werksseitig vergebene Passwort unmittelbar bei der Inbetriebnahme über „Rollenverwaltung". Verwenden Sie ein eigenes, nicht triviales Passwort. (Hinweis: Nach dreimaliger Falscheingabe wird die Software gesperrt; zum Entsperren Gerät neu starten.)
Im Erst-Setup einstellen:
- Sprache und Einkaufsoberfläche (Abschnitt „Einkauf konfigurieren": Währung, Dezimalstellen, Sprache, Temperatureinheit °C). Die Währung ist bei unseren Geräten auf Euro (€) eingestellt; bitte prüfen und bei Bedarf im selben Menü ändern.
- Uhrzeit/Datum im Android-System.
- Temperatur: Kühlmodus wählen und Soll-Temperatur passend zu den eingelagerten Produkten einstellen. Maßgeblich ist der am konkreten Gerät angezeigte Einstellbereich.
- Glasheizung (Anti-Beschlag) aktivieren, wenn der Kühlmodus aktiv ist — sonst beschlägt die Glastür. Eine Innenraumheizung ist nicht vorhanden.
- Optional: Temperatursperre (Verriegelung bei Übertemperatur) zum Schutz der Ware konfigurieren.
5.5 Zahlungssysteme einrichten
- Barzahlung aktivieren, wenn Münzwechsler, Banknotenleser oder Kartenleser verbaut sind.
- Münzwechsler ICT CC6100: einbauen, MDB-Kabel anschließen, mit Wechselgeld (zulässige Sorten) befüllen, „Offenes Wechselgeld" aktivieren.
- Banknotenleser ITL NV9/NV11: einbauen, MDB-Kabel anschließen, Stückelungen freigeben.
- Kartenzahlung Nayax (VPOS Touch / Onyx): koppeln gemäß Nayax-Unterlagen. Kartenzahlung erfordert einen aktiven Nayax-Vertrag (KYC abgeschlossen).
- Nach Hinzufügen oder Ändern von Zahlungsperipherie das Gerät neu starten, damit die Konfiguration übernommen wird.
5.6 Altersverifikation (Pflicht vor dem Verkauf von Wein/Alkohol)
WICHTIG — Vor jedem Verkauf alkoholischer Getränke oder anderer altersbeschränkter Produkte ist die Altersverifikation einzurichten und zu aktivieren. Zusätzlich ist die standortrechtliche Zulässigkeit (Jugendschutz, ggf. Gestattung) zuvor zu prüfen. Ohne aktivierte Altersverifikation dürfen keine altersbeschränkten Produkte angeboten werden.
Einrichtung bei einer ICT-DCM5-Konfiguration (gemäß TCN-Benutzerhandbuch, Abschnitt 8.3 „Altersverifizierung“):
- Schalter für die Altersüberprüfung am Gerät einschalten und als Methode die DCM5-Altersverifikation (Kartenleser) wählen.
- Den DCM5-Kartenleser anschließen.
- Für jeden Slot mit altersbeschränkter Ware das Mindestkaufalter vor der Zahlung einstellen.
- Gerät neu starten, damit die Einstellungen wirksam werden.
- Nach der Einrichtung an einem Test-Slot prüfen, dass die Altersabfrage tatsächlich erscheint, bevor altersbeschränkte Ware freigegeben wird.
Je nach Lieferkonfiguration kann Senvend oder ICT DCM5 eingesetzt werden. Einrichtung und Funktionstest müssen nach der jeweiligen Modul-Dokumentation erfolgen.
HINWEIS: Die technische Altersverifikation entbindet den Betreiber nicht von seinen jugendschutz- und gewerberechtlichen Pflichten am Standort. Vor dem Verkauf alkoholischer Getränke sind diese eigenverantwortlich zu prüfen und einzuhalten.
6. Bedienung im Alltag (Betreiber)
6.1 Befüllen
Nur verpackte Ware einlegen. MHD-Rotation beachten (ältere Ware nach vorn). Das Gerät ist für Flaschen und ähnliche verpackte Getränke ausgelegt.
Warenausgabe — Förderband-Slots mit Lift: Die Ware liegt in mehreren Slots auf einzelnen Förderbändern (nicht auf Federspiralen). Beim Kauf schiebt das Band den Artikel nach vorn; er fällt auf die Aufzug-/Liftplattform, die ihn nach unten ins Ausgabefach befördert. Ein Fall-/Drop-Sensor erkennt die Ausgabe.
Befüllen:
- Passende Ebene herausziehen, Ware in den Band-Slot einlegen; passenden Slot zur Produktgröße wählen. Bei unbekannten Produkten vor dem Verkauf einen Ausgabetest fahren.
- Ware sicher und kippstabil platzieren, senkrecht zur Slot-Wand und parallel zur Slot-Front; sie darf die obere Platte nicht berühren, nicht breiter als der Slot sein und nicht über die Slot-Front hinausragen (sonst blockiert der Lift).
- Belegte Slot-Grenzen (Hinweisschild am Gerät „Elevator Vending Machine Loading Precautions"):
- max. 4 kg pro Band-Slot — höhere Last verkürzt die Bandlebensdauer;
- Produktdicke max. 160 mm und min. 50 mm — sonst erkennt der Fall-Sensor die Ausgabe nicht bzw. steht die Ware nicht stabil;
- die Produkthöhe muss den Erkennungssensor an beiden Slot-Seiten überragen;
- keine transparenten oder durchscheinenden Produkte — der Fall-Sensor erkennt sie nicht;
- bei Federspiralen-Slots die Ware höchstens 12 mm über die Slot-Kante hinausragen lassen; bei zu kleinen Produkten eine passende Spirale wählen.
- Ebene bis zum Einrasten zurückschieben; vor dem Schließen kurz auf sicheren Sitz prüfen.
- Richtkapazität gemäß Produktdarstellung: je nach Flaschen-/Artikelgröße ca. 270–800 Flaschen/Artikel, max. ca. 54 Auswahlen, 3 Ebenen (am Gerät geprüft: mehrere Band-Slots je Ebene bestätigt; exakte Auswahlzahl herstellerabhängig).
HINWEIS — Glasbruch. Flaschen vorsichtig einlegen und gegen Umfallen sichern; zerbrochenes Glas im Innenraum vor dem nächsten Befüllen vollständig und mit Schutzhandschuhen entfernen.
6.2 Preise und Produkte anlegen/ändern (Backend)
Backend aufrufen (fünfmal auf Geräte-ID tippen, anmelden).
- Bestand: „Lagerbestand einstellen" — einzeln, mehrere Slots (Batch-Revision), ganzes Fach oder ganze Maschine.
- Preise: „Preis festlegen" — analog einzeln/Batch/Fach; danach mit „Zurück" bestätigen. Slot-Kapazität: Standard- und Maximalwert 199.
- Produktinfos: „Slot einstellen" — Warenname, Preis, Warennummer, Kapazität, Beschreibung (auf 21,5"-Touch sichtbar), Verfallsdatum (gesperrt nach Ablauf), Produktbild.
- Mindestkaufalter je Slot für altersbeschränkte Produkte hinterlegen (siehe Abschnitt 5.6).
- Ausgabe testen: „Testslot" (einzeln/Batch/Fach/ganzes Gerät); Fehlercodes ggf. mit „Fehler löschen" zurücksetzen.
- Slots zusammenlegen für große Produkte (nur benachbarte Slots eines Fachs), danach speichern und neu starten.
Hinweis: Produktdaten können alternativ über das „TCN Vend Vending Machine Management System" (Backend) konfiguriert werden; serverseitige Parameter im Alltag nicht ändern.
6.3 Geld entnehmen, Wechselgeld nachfüllen
- Münzrecyclingbehälter und Banknotenkasse regelmäßig entleeren (Kassensturz).
- Wechselgeld im Münzwechsler nachfüllen, damit Kunden Wechselgeld erhalten. Untergrenze für Wechselgeld nicht zu niedrig setzen.
6.4 Telemetrie/Fernzugriff
Netzwerkverbindung über „Netzwerk-Erkennung" prüfbar (Antenne/4G/WLAN).
6.5 Werbung/Display einrichten (optional)
Standby-Werbung, Hintergrundbild und Halbbild-Anzeige lassen sich über einen USB-Stick einspielen (Handbuch „Programmieren der Maschine"):
- USB-Stick einstecken; die Backup-App legt beim Sichern automatisch die Ordnerstruktur auf dem Stick an. Zum Einspielen die Bild-/Videodateien in den passenden Ordner legen — der Dateiname ist beliebig, entscheidend sind Ordner und Auflösung:
ImageBackground— Hintergrundbild, 1080 × 1212 px, jpg/jpeg/pngImageBildschirm— Standby-Bild/-Video, 1080 × 1870 px, jpg/jpeg/png bzw. mp4/mkv/avi/wmv/flv- Halbbild/Topad — 1080 × 608 px, jpg/jpeg/png bzw. mp4/mkv/avi/wmv/flv
- Über „Alle Anzeigen löschen" wird auf das Standard-Werbevideo zurückgesetzt — nur mit Bedacht verwenden.
7. Reinigung und Hygiene
WARNUNG — Reinigung unter Spannung. Folge: Stromschlag. Abhilfe: Vor jeder Reinigung Netzstecker ziehen. Gerät nicht in Wasser tauchen, nicht mit Wasserstrahl abspritzen.
7.1 Reinigungs- und Inspektionsplan
| Bauteil/Tätigkeit | Beim Nachfüllen | Monatlich | Halbjährlich |
|---|---|---|---|
| Außenflächen | – | ✓ | – |
| Ausgabefach | ✓ | – | – |
| Ladestraße/Fächer | – | ✓ | – |
| Verdampfer | – | ✓ | – |
| Verflüssiger (Kondensator) | – | ✓ | – |
| Metall-Tastatur | – | ✓ | – |
| Zustellvorrichtung (Lift) | – | – | ✓ |
| Bedienfeld | – | ✓ | – |
| Leckageschutz prüfen | – | ✓ | – |
| LED-Leuchte prüfen | – | – | ✓ |
| Aufstellungs-/Installationsstatus prüfen | – | – | ✓ |
7.2 Reinigungshinweise
- Staub mit trockenem Tuch abwischen; bei stärkerer Verschmutzung mit Wasser oder verdünnter, neutraler Reinigungslösung angefeuchtetes Tuch.
- Keine organischen Lösungsmittel, Säuren, Laugen, Farbverdünner o. Ä. — Rissgefahr am Gehäuse.
- Verdampfer und Verflüssiger monatlich reinigen; bei Bedarf den Kühlerspalt bei geöffneter Tür und gezogenem Netzstecker mit einer nichtmetallischen Bürste reinigen (Hinweise auf dem Aufkleber „Refrigerator Cleaning Guide" am Gerät beachten).
- Zerbrochenes Glas und ausgelaufene Flüssigkeiten umgehend und vollständig entfernen.
- Kondensat: sichtbare Ablauföffnungen nicht blockieren. Bei ungewöhnlicher Feuchtigkeit oder Leckage Gerät stromlos schalten und Service kontaktieren.
7.3 Lebensmittelhygiene (Betreiberpflicht)
Beim Verkauf gekühlter, verpackter Getränke gelten die Basispflichten der Lebensmittelhygiene (LMHV): nur einwandfreie, verpackte Ware; MHD-Kontrolle und -Rotation; Temperaturkontrolle und ggf. Temperaturdokumentation. Die Übertemperatursperre des Geräts unterstützt, ersetzt aber nicht die Eigenkontrolle des Betreibers.
8. Wartung, Störung, Ersatzteile
8.1 Wartungsübersicht
| Tätigkeit | Intervall | Durchführung |
|---|---|---|
| Außen-/Innenreinigung, Fächer | siehe 7.1 | Betreiber |
| Verdampfer/Verflüssiger reinigen | monatlich | Betreiber |
| Leckageschutz-Test | monatlich | Betreiber |
| Lift-/Zustellvorrichtung, LED, Aufstellung prüfen | halbjährlich | Betreiber |
| Funktion der installierten Altersverifikation (Senvend oder ICT DCM5) prüfen | regelmäßig / nach Software-/Slot-Änderung | Betreiber |
| Eingriffe in den Kältekreis (R-1234yf), Kältemittel nachfüllen | bei Bedarf | ausschließlich zertifizierter Kälte-Fachbetrieb |
| Knopfzelle | Typ gemäß Platinenaufdruck; am geprüften D900: CR1220; Austausch nur stromlos durch Service |
8.2 Häufige Störungen und Abhilfe
| Störung | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Gerät ohne Strom | Netzschalter aus | Netzschalter einschalten |
| Interner Schutzschalter ausgelöst | Ursache prüfen (Kurzschluss/Überlast); Schutzschalter wieder einschalten. Löst er erneut aus: Gerät vom Netz trennen und Service kontaktieren — nicht wiederholt einschalten | |
| Leckageschutzschalter ausgelöst | auf Leckage prüfen, Schalter wieder einschalten | |
| Anschlussleitung beschädigt | Fachmann zum Austausch beauftragen | |
| 230-V-Versorgung fehlt | Stromversorgung/Zuleitung prüfen | |
| Keine Internetverbindung | Kein Signal | Gerät neu starten; Antennenanschluss/-kabel prüfen; Antenne oben montiert?; Standort ggf. wechseln |
| Datenvolumen aufgebraucht / Karte gesperrt | Datentarif aufladen bzw. Karte beim Aussteller entsperren | |
| Lichtleiste ohne Funktion | nicht eingeschaltet / Wackelkontakt / defekt | einschalten; Steckverbindung prüfen; Kundendienst kontaktieren |
| Altersverifikation reagiert nicht | Modul nicht verbunden/aktiviert oder Slot ohne Mindestalter | Anschluss und Aktivierung nach Dokumentation des installierten Moduls prüfen, Mindestkaufalter je Slot setzen, Funktionstest durchführen |
| Ausgabe fehlgeschlagen | Produktgröße passt nicht zur Ladestraße | passende Ware einlegen oder Slot anpassen |
| Kapazitätseinstellung fehlerhaft | Fehler löschen, korrekte Kapazität setzen | |
| Produktcode stimmt nicht mit Backend überein | Codes abgleichen / Synchronisierung aktivieren | |
| Gerät kühlt nicht | Kühlung nicht eingeschaltet | Kühlmodus einschalten |
| Verflüssiger verstaubt | Kondensator mit nichtmetallischer Bürste reinigen | |
| Hohe Umgebungstemperatur / schlechte Belüftung | Standort/Belüftung verbessern, 20 cm Abstand sicherstellen | |
| Kältemittel zu niedrig | Kälte-Fachbetrieb / After-Sales kontaktieren | |
| Münzen werden nicht angenommen | MDB-Verbindung / 24-V-Versorgung gestört | MDB-Kabel und Spannungsversorgung prüfen |
| Münztyp nicht freigegeben | Freigaben im Backend einschalten | |
| Münzkanal verschmutzt / Wechsler falsch eingehängt | reinigen, Wechsler korrekt einsetzen | |
| Kein Wechselgeld | kein Geld im Recyclingbehälter | Münzen nachfüllen |
| Wechselschalter aus / Untergrenze falsch | Schalter aktivieren, Untergrenze korrigieren | |
| Slot meldet Fehler 80 (TSD60, leerer Testslot) | Lift erkennt keinen Fall, da Slot leer | Fehler beheben, dann erneut testen |
Die letzten 20 Fehler sind im Backend unter „Fehlerdiagnose" abrufbar und können dort gelöscht oder an den technischen Support hochgeladen werden.
8.3 Ersatzteile und Service
- Ersatzteilbezug ausschließlich über SnackDragon / den Inverkehrbringer; nur Originalteile verwenden.
- Eingriffe in den Kältekreis nur durch zertifizierten Fachbetrieb.
- Service-Kontakt: info@snackdragon.eu (SnackDragon Service, Ventec Systems GmbH).
8.4 Anti-Beschlag-Glasheizung
Das Gerät besitzt eine Anti-Beschlag-Heizung der vorderen Glastür (Doppelglas). Sie verhindert Beschlag im Kühlbetrieb und wird im Backend unter „Kühlen und Heizen → Glasheizung" aktiviert; die Heizzeit ist einstellbar. Bei aktivem Kühlmodus immer einschalten. Eine Innenraumheizung ist nicht vorhanden.
9. Außerbetriebnahme und Entsorgung
- Vor Außerbetriebnahme Gerät leeren, ausschalten und Netzstecker ziehen.
WARNUNG — Kältemittel R-1234yf (A2L, brennbar). Folge: Brand-/Umweltgefahr bei unsachgemäßer Entsorgung. Abhilfe: Entsorgung und Kältemittelentnahme ausschließlich durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Kältekreis nicht beschädigen.
- WEEE / ElektroG: Das Gerät ist ein gewerblich genutztes Elektrogerät und gehört nicht in den Hausmüll. Rücknahme/Entsorgung erfolgt über das B2B-Rücknahmekonzept des Inverkehrbringers (§ 19a ElektroG). WEEE-Reg.-Nr.: DE 98205872 (MS KB Vermögensverwaltung GmbH, Marke TCN, Geräteart Wärmeüberträger)
- Batterie: Typ gemäß Platinenaufdruck; Austausch nur stromlos durch Service und getrennte Entsorgung.
10. Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Modell | TCN-D900-9C(V22) |
| Bauart | Stationäres Gerät, Innenbereich, gewerblich |
| Nennspannung / Frequenz | 230 V / 50 Hz |
| Nennstrom | 2,9 A |
| Nennleistung | 500 W |
| Schutzklasse | I (mit Schutzleiter) |
| Anschlussleitung | H05VV-F 3G1,0 mm², fest, mit 16-A-Stecker |
| Schutzeinrichtung | interner Leitungsschutzschalter (D16) mit Fehlerstromschutzschalter (RCD, 30 mA) und Prüftaste (am Gerät belegt: DELIXI CDB6LEi) |
| Kältemittel | R-1234yf, 245 g (A2L, brennbar; SGS-Prüfbericht AHEE220600101951) |
| Klimaklasse | 5 |
| Bedienung | 21,5"-Touchscreen |
| Altersverifikation | Senvend oder ICT DCM5, gemäß Lieferkonfiguration und örtlich geltendem Recht |
| Temperatur | konfigurationsabhängig einstellbar; maßgeblich sind die Anzeige am konkreten Gerät und die Anforderungen der eingelagerten Produkte |
| Gewicht | ca. 345 kg netto (Container-Packing-List 20240626507CS02, Zeile 1: 1035 kg netto / 3 Geräte; Bruttoversandgewicht 350 kg je Gerät) |
| Abmessungen (B × T × H) | 1275 × 790 × 1940 mm; Platzbedarf in Betrieb ca. 1293,5 × 870 × 1940 mm (SGS Energy Report AHEE220600101951, S. 4; gilt laut Report für alle gelisteten Modelle; D900-9C, D900-9C(22SP) und D900-9C(55SP) sind dort gelistet) |
| Glas | Doppelglas mit Anti-Beschlag-Glasheizung; keine Innenraumheizung |
| Kapazität | ca. 270–800 Flaschen/Artikel je nach Größe, max. ca. 54 Auswahlen, 3 Ebenen mit Förderband-Slots (am Gerät geprüft; exakte Auswahlzahl herstellerabhängig) |
| Slot-Belastung | max. 4 kg pro Band-Slot; Produktdicke 50–160 mm; keine transparenten Produkte (Hinweisschild am Gerät) |
| Energieeffizienz / Verbrauch | Klasse F und Modellfamilienwerte gemäß SGS-Bericht AHEE220600101951. Bei einem aktiven Angebot müssen das modellspezifische Energielabel und Produktdatenblatt beigefügt sein. |
| Schallpegel | Der A-bewertete Emissionsschalldruckpegel liegt unter 70 dB(A). Eigene Messung 07/2026 an baugleicher R-1234yf-Kühlung: ca. 52 dB(A) in 1 m Abstand bei laufender Kühlung (nahe dem rückseitigen Kompressor bis ca. 65 dB(A)). |
Hinweis zu den Werten: Maßgeblich sind SGS-Bericht, Typenschild und konkrete Gerätekonfiguration. Kapazitätsangaben hängen von der Schubladen-/Slot-Konfiguration ab.